Sie sind hier: Startseite > Psychotherapie > Psychosomatische Erkrankungen

Psychosomatische Erkrankungen

Psychosomatische Erkrankungen und somatische Schmerzstörung


Menschen werden manchmal von Beschwerden oder Schmerzen geplagt, deren
Ursache kein Mediziner finden kann. Sie irren oft über Jahre verzweifelt von
Arzt zu Arzt, bis sie irgendwann jemand darauf hinweist, dass ihre Qualen
psychische Ursachen haben und Hinweise auf innere Konflikte sein könnten.
Die Weltgesundheitsorganisation belegte in einer internationalen Studie,
dass Hausärzte bei jedem vierten Patienten mindestens ein körperliches
Symptom nicht erklären können.

Als „Psychosomatische Erkrankungen“ fasst die Medizin körperliche Leiden
zusammen, die Ausdruck einer kranken Seele sind. Die Verwendung der Begriffe
"Psyche“ = die Seele und "Soma“ = der Körper symbolisiert deutlich, dass
Körper und Seele als Einheit in wechselseitiger Beziehung zueinander stehen.
Der Körper spiegelt unsere Gefühle wider. In alltäglichen Situation kann man
dies gut beobachten: jemand errötet aus Verlegenheit, zittert vor Angst,
schwitzt vor Aufregung. Und umgekehrt reagiert natürlich auch unsere Psyche
auf das, was man körperlich erlebt: Man ärgert sich, wenn man hingefallen
ist oder empfindet eventuell Ekel, wenn man eine Ratte beobachtet.

Seelische Ursachen für körperliche Symptome

In der medizinischen Praxis erhält jedoch der Einfluss der Psyche auf den
Körper nur einen untergeordneten Stellenwert. Denn leider sind die
körperlichen Symptome diagnostisch leichter sichtbar und erkennbar. Und so
suchen Ärzte in der Praxis meist zuerst nach körperlichen Ursachen für
Hautprobleme, Bauch-, Rücken- und Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung und
anderen Symptomen und übersehen dabei die psychosomatischen Erkrankungen als
eine Ursache der Beschwerden. Oft werden dann die Patienten von Facharzt zu
Facharzt weiter geschickt.

Heilpraktiker für Psychotherapie, ärztliche oder psychologische
Psychotherapeuten bleiben dabei oft unberücksichtigt. Gemäß einer Studie des
Universitätsklinikums Mainz vergehen im Schnitt sieben bis acht Jahre, bis
medizinisch orientierte Ärzte psychische Ursachen als Auslöser für
chronische Schmerzen vermuten und an psychotherapeutisch ausgebildete
Experten verweisen.

Zu diesem Zeitpunkt sind es oft auch die Patienten selbst, die nicht
verstehen, was ihre eindeutigen und belastenden körperlichen Symptome mit
ihrer Psyche zu tun haben sollen. Manchmal ist ihnen dieser Gedanke sogar
unangenehm und peinlich, dass sie an einer psychosomatischen Erkrankung oder
einer somatischen Schmerzstörung leiden. Sie fühlen sich schließlich
körperlich und nicht seelisch krank. So fällt es Ihnen manchmal schwer,
therapeutische Hilfe anzunehmen.